15.Spieltag 14/15

17. März 2015

BSC Rehberge – BTV 1850 
Am Sonntag fuhren wir in den Wedding zum Punktspiel gegen BSC Rehberge. Die Startbedingungen, mit nur zwei Auswechselspielerinnen, zwei Rückraumspielerinnen und dem fehlenden Trainer, der die ersten Herren im Abstiegskamp unterstützen musste, war äußerst suboptimal. Kurzfristig wurde dann auch unsere Torhüterin krank (gute Besserung auf diesem Weg natürlich an beide „Zimanties“ ), was die ganze Sache natürlich noch verschärfte. So musste Helene ihre Außenposition aufgeben um im Tor zu glänzen und Juli sowie Lena Bo, die erst seit kurzem bei uns sind, mussten durchspielen. Trotz der Unsicherheiten vor dem Spiel, konnten beide eine hervorragende Abwehr- und Angriffsleistung zeigen. Zu guter Letzt war auch kein Schiedsrichter angesetzt. Glücklicherweise meldete sich der nette Trainer von Rehberge freiwillig und hat ganz selbstlos das Pfeifen übernommen.

Das Team aus Rehberge fand sehr gut ins Spiel und erzielte infolgedessen den Führungstreffer. Aufgrund unserer Nervosität war das Spiel in der Anfangsphase sehr ausgeglichen. Auch wenn wir einiges einstecken mussten, was der Parteiische auch ganz offenkundig wahrnahm, sein süffisantes Lächeln verging ihm ungefähr ab der zehnten Minute. Die „Rehe“ schafften es zum einen durch unsere hervorragende Abwehrleistung, zum anderen durch unseren variabel agierenden Angriff einfach nicht mehr Tore zu werfen als wir. Selbst die einzigartige Auslegung der Handballregeln durch den Rehberger Trainer, schaffte es nicht, uns unsere Coolness zu nehmen. Und wenn es doch mal etwas brodelte erinnerte uns Ulf mit ruhigen Worten daran doch einfach den Blick zur Anzeigetafel zu richten. Aufgrund der Frau-Deckung gegen Doro mussten wir vielschichtig variieren. Nachdem unser Angriff anfänglich ein wenig aus dem Konzept gebracht war, wurde das Problem durch das starke Mitwirken unserer Kreisläuferinnen Lena und Inga gelöst. So gingen wir mit einer 10:9 Führung in die Halbzeitpause.

Bea und Ulf sprachen motivierende Worte und gaben hilfreiche Tipps für die Gestaltung der zweiten Halbzeit. Nach der Ansprache und einer kurzen Absprache im Team gingen wir hoch motiviert in die zweite Hälfte.

Unsere Motivation und unser Spielfluss konnte trotz der zunehmend aggressiv agierenden Abwehr von Rehberge nicht gebrochen werden. Rückraum-Tore, Außen-Würfe aus 0-Winkeln, 1:1 Aktionen alles schien zu gelingen. Bea wechselte genau in den richtigen Momenten, dass auch unsere beiden „Emotionalies“ zum Runterfahren eine kurze Pause bekamen. Rehberges Versuch uns mit der Frau-Deckung ins Schwanken zu bringen scheiterte durch unsere „neuen“ Rückraumspielerinnen, die normalerweise am Kreis oder auf Außen spielen. Bemerkenswert wie alle Beteiligten zu diesem Zeitpunkt Verantwortung übernahmen. Somit konnten wir bis zum Schluss konstant die Führung mit drei Toren behalten. Endstand 19:16.

Abschließend kann wohl durchaus gesagt werden, dass der Sieg aufgrund der sehr guten Teamleistung hoch verdient war. Besonderer Dank gilt Bea und Ulf die uns von draußen durch konstruktive Kritik und Zuspruch unterstützten. Ari, die als Unterstützung mitkam weil wir wieder einmal schwach besetzt waren und Helene die sich bereit erklärt hat ins Tor zu gehen um dort eine super Leistung abzurufen. Wir haben gelernt, in ganz schwierigen Situationen ruhig zu bleiben. Danke dafür an den Trainer von Rehberge, der uns diese Lektion, zwar auf schmerzhafte Weise aber dafür mit der Belohnung von zwei Punkten, gelehrt hat.

Schlussendlich sollte die traurige Wahrheit, dass wir uns an solche Art von Spielen leider bereits gewöhnt haben, noch erwähnt werden. Wir wissen um die Problematik der zu geringen Anzahl von Schiedsrichtern in Berlin und hoffen daher immer wieder aufs Neue, dass die jeweiligen Vereine sich an Fair Play halten. Leider mussten wir auch dieses Mal wieder unnötige Schläge ins Gesicht, Kratzangriffe mit langen Fingernägeln und Schulter-Auskugel-Versuche ertragen. Nach so einem Spiel fragen wir uns natürlich ob jegliches Schamgefühl, wenn es ums Gewinnen geht einfach zu Hause gelassen wird. Warum will beispielsweise ein Trainer ein Spiel unbedingt pfeifen, leitet dieses sogar mit den Worten „Wir wollen alle Montag noch zur Arbeit gehen“ ein und sieht dann zu, wie das eigene Team sich wie eine Schlägertruppe verhält? Dennoch lässt sich auch hieraus etwas Positives resümieren: Wir schlagen Rehberge nicht nur zwei Mal in der Liga, sondern auch in Sachen Fair-Play! Deshalb nehmen wir die Aussage der „Rehe“ Spielerin: „Wenigstens mal faire Gegnerinnen“ freudestrahlend an und entschuldigen uns, dass wir im direkten Anschluss des Spiels nur mit sarkastischem Lachen antworten konnten.

Tore: Doro (3/1), Lena (4), Lena Bo (3), Julia (1), Inga (3), Cagla (5)

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