19. Februar 2019

Pfeffersport – BTV 1850 II
Fragt man einen x-beliebigen Schüler oder eine x-beliebige Schülerin, was das Schönste an der Schulzeit gewesen sei, die Chancen stehen gut, dass es sich bei der Antwort um „die Pausen“ handeln wird – ganz im Gegensatz zu den Handballern der Zwoten, die heiß wie Frittenfett auf die Weiterführung des Spielbetriebs in der Stadtliga A waren. Auswärts ging es dabei am Samstagabend zur ungewohnten Anwurfzeit von 19:30 Uhr gegen Pfeffersport. Mit voller Bank, aber ohne Jochen, gab Trainer Alex vor der Partie klar die Marschrichtung vor: „Tempo, Tempo, Tempo!“.

Mit einer offensiven 3:2:1 Abwehr bereitete der BTV dem Gastgeber dabei von Anfang an einige Probleme. Ideenlos im Aufbauspiel schien Pfeffersport zunächst kein Mittel gegen die Jungs der Zwoten zu haben – allerdings wussten diese den Schiedsrichter auf ihrer Seite. Der ließ die langsamen und ohne Druck aufgebauten Angriffe von Pfeffersport viel zu lange laufen, belohnte die gute Abwehrarbeit des BTV nicht, der schließlich von dieser Monotonie eingelullt dennoch unnötige Treffer fing und vorne dann die nötige Spannung im Abschluss fehlen ließ: 3:1 nach 7 Minuten Spielzeit. Zwar fing sich der BTV in den kommenden Minuten und verkürzte zunächst den Rückstand auf 3:3 durch Basti in der 10. Minute, nach dem 4:4 Ausgleich der Gäste in der 12. Minute sah sich Trainer Alex allerdings gezwungen einige Veränderungen vorzunehmen – wie eine Spitzenmannschaft präsentierte sich die Zwote im Kampf gegen den Tabellenletzten nämlich noch lange nicht. Nach Einwechslung von Maggi auf Außen sowie Moe und Neuzugang Lukas (von der Handballabteilung der SG Eintracht Frankfurt gekommen) auf den Rückraumpositionen entwickelte sich das Spiel dann aber doch endlich im Sinne der Kreuzberger und ihres mitgereisten Fans. Stück für Stück legte die Zwote Tor um Tor nach, während bei Pfeffersport nach wie vor eine wirklich zündende Idee im Spielaufbau fehlte. Den statischen Angriffen der Gastgeber setzte der BTV nun ein dynamischeres Angriffspiel entgegen, wobei vor allem über Sascha am Kreis schön herausgespielte Tore fielen. Und auch in Phasen, in denen die Kreuzberger in Unterzahl spielen mussten, behielten sie einen klaren Kopf. Hier setzte Trainer Alex konsequent auf den 6.Mann, was sich auch bezahlt machte: keine der beiden Zwei- Minuten Strafen gegen den BTV konnte Pfeffersport in der ersten Halbzeit für sich nutzen. So war es nur logisch, dass nach dem 4:6 und 5:8 durch Sascha (15.Min./18.Min), dem 7:10 durch Basti in Unterzahl (22.Min) sowie durch Treffer von Christian, Moe und Maggi zum Pausenstand eine 16:10 Führung aus Blick der Gäste zu verzeichnen war. Endlich schien der BTV auf Spur zu sein!

Die zweite Spielhälfte galt es allerdings noch zu absolvieren und diese sollte kritischer werden, als sich zunächst erwarten ließ. Der BTV machte nämlich vorerst dort weiter, wo er vor der Pause aufgehört hatte und legte Tor um Tor nach. Beim 13:21 durch Moe in der 41. Minute schien der sprichwörtliche „Drops“ fast schon gelutscht gewesen zu sein, was allerdings den Schiedsrichter auf den Plan rief: mit einigen diskussionswürdigen Pfiffen im Sinne der Gastgeber und einem in dieser Phase unglücklichen Händen von Torwart Philipp legte Pfeffersport 4 Tore in Serie nach –  bei keinem Treffer seitens des BTV! Und so schmolz der schöne Vorsprung peu à peu dahin: 14:21 (45.Minute). Die Jungs der Zwoten schienen zunehmend verunsichert und erste Anzeichen von Frust machten sich breit, so dass Trainer Alex die Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch legte. „Eine Schippe drauflegen“ und „keine Experimente“ im Abschluss wären dabei seine Vorgaben – doch die Nervosität ergriff die Kreuzberger immer mehr. Die Anweisungen der Auszeit verpufften nahezu wirkungslos und auf einmal war Pfeffersport fast wieder am BTV dran: 20:23 nach 49 Spielminuten! Sollte sich dieses Spiel tatsächlich noch drehen? Glücklicherweise nicht, denn mit dem 20:24 durch Sascha und dem 20:25 durch Christian in kurzer Folge sowie abermals Sascha gefolgt von Maggi (21:26/51.Min. und 21:27/53.Min.) war wieder ein standesgemäßer Abstand hergestellt, den der BTV schlussendlich dann doch über die Zeit bringen konnte. Beim Endstand von 23:28 muss allerdings festgehalten werden, dass der BTV an diesem Samstagabend nicht nur mit einem blauem Auge davongekommen ist, sondern vielfach leider auch die nötige Spannung – besonders im Angriff – fehlen ließ, um einen ansonsten schwach und ideenlos aufspielenden Gegner vollends zu dominieren.  Jungs, die schweren Spiele folgen noch, also packt es an, hängt euch rein und verliert nicht die Konzentration für das große Ziel des „Aufstiegs!“ Freude über die zumindest einen Tag eroberte Tabellenspitze sei euch indessen natürlich dennoch gegönnt.

Nächste Woche geht es dann in der heimischen Flatowhalle gegen die HSG Neukölln II. Anwurf der Partie ist um 16 Uhr.

Es spielten: Philipp und Tom im Tor, Lukas, Buggi, Moe (9 Tore), Christian (4), Basti (2), Julian (1), Jay (1), Adi, Micha (1), Maggi (5), Sascha (5), David

Nachtrag: Mit einem Treffer mehr auf dem Konto, schaffte es SCC am Sonntagabendspiel wieder am BTV vorbeizuziehen. Gegen die HSG Neukölln gelang dem momentan ärgsten Konkurrenten der Zwoten ein schlussendlich knapper Sieg (23:23 zur 56.Min.) von 23:26.


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