16.Spieltag 16/17

9. März 2017

BTV 1850 II – TSV Rudow III
Wer Sonntagnachmittag bei den Großeltern zu Kaffee und Kuchen eingeladen ist, dem ist der Anblick schwerer altertümlicher Holzuhren bisweilen vertraut. Mit goldenem Pendel verrichten diese wuchtigen Kolosse stoisch ihren Dienst, während die Zeit monoton dahinzufließen scheint. Doch was das Sekundenzählen bei Schwarzwälderkirsch zur Tortur macht, gestaltete sich am letzten Sonntag beim Spitzenspiel zwischen Tabellenerstem und –zweiten zur Herausforderung – lief man doch Gefahr etwas auf dem Feld zu verpassen!

Mit guter Stimmung und bissigem Spiel gegen die Gastgeber aus Kreuzberg von Anfang an couragiert zu Sache und machten deutlich, dass der Tabellenführer einiges an Kraft aufbringen müsste, um 2 Punkte nach Rudow zu entführen. Doch trotz vieler guter Ansätze missglückte zunächst der Start ins Spiel. Verunsichert durch die kompakt stehende Abwehr des TSV fiel es der Zweiten schwer Räume zum Durchstoßen und zum Abschließen aus dem Rückraum zu finden. Die Folge waren einige riskant gespielte Pässe sowie unplatzierte Würfe aufs Tor der Gäste – die diese Unsicherheiten kompromisslos ausnutzten. Nach 2:3 in der 5.Minute zog Rudow über 3:6 auf 4:9 davon – allerhöchste Zeit für eine Umstellung im Kreuzberger Spiel! Folgerichtig nahm Trainer Alex deshalb auch eine Auszeit. Und voila! Seine Worte schienen die richtigen gewesen zu sein. In den nächsten knapp 8 Minuten trat der Tabellenführer bei nur einem einzigen eigenen Treffer förmlich auf der Stelle – ganz im Gegensatz zu den BTVler, die loslegten wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Sieben eigene Treffer im gleichen Zeitraum(!) verdeutlichen, weshalb die Zweite zu Recht am oberen Ende der Tabelle anzutreffen ist: 11:10 nach 23 Minuten und das Spiel war gedreht worden – eine aufstiegsreife Vorstellung! Nun musste Rudow die fällige Auszeit nehmen – und bot dem BTV in der Folgezeit wieder konzentrierter Paroli. Die Folge: eine hart umkämpfte Schlussphase der ersten Halbzeit, die schließlich mit einer 15:14 Führung für die Kreuzberger beendet wurde. Einmal durchatmen und das Beste für die kommenden 30 Minuten hoffen!

Und die machten dort weiter, wo die erste Halbzeit aufgehört hatte. Ein intensives und hart umkämpftes Spiel ließ Tore im direkten Schlagabtausch folgen. Keiner Mannschaft gelang es mehr, dass Heft des Handelns an sich zu ziehen und dem Gegner zu entwischen. Intensiver und hochspannender Handball bot sich in der Flatowhalle, ganz so, wie man es von einem Spitzenspiel erwarten darf. Hatten Magnus und Moe sowie Adrian und der stark haltende Valli in der ersten Halbzeit noch für die wichtigen Momente im Spiel gesorgt, war es nur vor allem der Rückraum der Zweiten, der die Angriffe des TSV durch postwendende Treffer konsequent beantwortete – unterstützt durch einen nicht minder souverän aufspielenden Wesi, der zu Beginn der 2.Halbzeit ins Tor wechselte.

24:24 lautete das Ergebnis nach knapp 22 Minuten – der Ausgleich in einer Phase, die durch zahlreiche 2-Minunten-Strafen auf beiden zeigte, wie hart umkämpft dieses Spiel war. Doch dann zeigten sich erste Anzeichen des kräftezehrenden Spiels auf Seiten des BTV – ein Moment, auf den der Gast aus Rudow seiner ganzen Handballerfahrung aus z.T. drittliga-erprobten Spielern nur gewartet hatte. Die gut agierende Abwehr der Gäste zwangen die Kreuzberger immer wieder zu Verlegenheitswürfen, wohingegen sich der Angriff der Gäste im Gegenzug keine Blöße gab. Über 24:25 auf 25:27 und schließlich 25:29 zog Rudow anderthalb Minuten vor Ende davon. Der Drops war gelutscht und das 26:29 durch Julian nur noch Ergebniskorrektur.

Nach zuletzt hart erkämpften Siegen für die Kreuzberger waren nun sie es, die eine Niederlage gegen einen souverän aufspielenden Gegner hinnehmen mussten, der verdeutlichte, weshalb er mit bisher nur 2 Minuspunkten zu Recht an der Spitze der Stadtliga A steht. Doch vielleicht kam diese Niederlage zu richtigen Zeit, bietet sie doch die Möglichkeit ohne größeren Punktverlust (nach jetzigem Stand kann Rudow nicht aufstiegen, da ihre zweite Mannschaft in der nächsthören Liga spielt) und durch die richtig gezogenen Schlüsse das eigene Spiel für das große Ziel „Aufstieg“ zu optimieren. Aus eigener Kraft hat die Zweite nämlich noch alle Chancen hierfür in der Hand. Jetzt gilt es, nicht die Köpfe hängen zu lassen und am kommenden Wochenende gegen NARVA III nachzulegen.

Comments 1

  1. Konny

    Geiler Spielbericht! Holt euch die Punkte!

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