21.Spieltag 16/17

10. Mai 2017

Borussia Friedrichsfelde – BTV 1850 II
Schon oft erzählte dieser Spielbericht seinen Leserinnen und Lesern von spannenden Spielen, umkämpften Partien und knappen Siegen für die Zweite des BTV 1850, oftmals konnten größere Rückstände aufgeholt und stark aufspielende Gegner mit Energieleistungen niedergerungen werden. Diese Fokussierung in den entscheidenden Momenten und die nötige Souveränität im Abschluss sind mit ein Grund dafür, weshalb sich der BTV 1850 zu einem der heißesten Anwärter auf den Aufstieg in die Landesliga gemausert hat. Doch Kleinvieh macht auch Mist und daher sind gerade die Spiele gegen vermeintlich schwache Gegner oftmals die schwierigsten Partien.

Gegen einen spielerisch stark limitierten Gegner, einem Schiedsrichter, der nicht nur beim richtigen Zählen Schwierigkeiten hatte (Stichwort Schrittfehler), so wie mit einer auf den entscheidenden Positionen ersatzgeschwächten Kreuzberger Mannschaft mag es nicht verwundern, dass sich Fortuna – die der Zweiten in dieser Saison so oft schon hold war – nun gegen den BTV wendete und ihm in einem spannendem gleichwohl nicht schön anzusehendem Spiel eine bittere und wahrscheinlich auch entscheidende Niederlage im Kampf um den Aufstieg bescherte.
Insgesamt 5 Tore nach zwölf (3:2) und 8 Tore nach fünfzehn Minuten (4:4) mögen an dieser Stelle die Qualität des Spiels verdeutlichen. Vor allem die Gäste präsentierten sich weit unter ihren Möglichkeiten. Zahlreiche Würfe – besonders aus dem Rückraum – gingen Anfangs neben oder über das Tor (was freilich auch dem schwierig zu greifenden Ball des Gastgebers geschuldet war). Zusätzlich fehlte dem BTV aber auch eine ordnende Kraft im Rückraum und so fanden einige Pässe nicht oder nicht direkt ihren Abnehmer, was den Spielfluss zusätzlich hemmte. Friedrichsfelde spielte seine Sache im Gegenzug nicht souveräner aber effektiver aus und konnte sich immer wieder mit ein bis zwei Treffern absetzen. Vor allem Moe war es zu verdanken (insgesamt 18 Treffer!), dass es zur Halbzeit dennoch 12:12 stand und für die zweiten 30 Minuten noch alles drin war, obwohl Maggi – der neben Moe sichere Halt im Rückraum – mit Kapselverletzung nach der 1. Halbzeit pausieren musste. Doch auch in der kommenden halben Stunde behielt die Borussia stets Oberwasser und so musste der BTV immer wieder einer knappen Führung hinterherrennen. Und so kam es wie es kommen musste: Hatte sich die Zwote bis kurz vor Ende auf 28:28 heran gekämpft und nach von Wesi gehaltenem Angriff im Gegenstoß die Chance dem Gegner das Schachmatt zu setzen, so knallte der geworfenen Ball gegen den Pfosten und ermöglichte Friedrichsfelde den letzten Angriff. Obwohl hier bereits schon länger Zeitspiel angezeigt war, ermöglichte es der Schiedsrichter dem Gastgeber nach Freiwurf dann noch 5 Pässe zu spielen und entschied (einen Schrittfehler der Borussia abermals großzügig übersehend) auf 7-Meter wegen Abwehr im Kreis – drei Sekunden vor Ende der Partie. Der Rest ist Geschichte.
Im insgesamt schwächsten Spiel der Saison mussten die Kreuzberger ihre bitterste weil unnötigste Niederlage einstecken und können jetzt nur noch auf einen Patzer von Blau-Weiß-Spandau im letzten Saisonspiel hoffen, gleichwohl sie selber ihr Heimspiel gegen den HC Pankow gewinnen müssen.

Dennoch gilt es an dieser Stelle ein auf die bisherige Saison positives Fazit zu ziehen: eine neuformierte und engagierte Mannschaft hat immer wieder aufblitzen lassen, welch großes Potential in ihr steckt und wenn es ihr gelingt, mehr Konstanz in die Spiele hereinzubringen, dann wird sie auch in den kommenden Jahren den Berliner Handball erfrischend aufmischen und sich über kurz oder lang mit dem Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse belohnen. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu Letzt: kommenden Samstag gilt es bei der letzten Partie der Spielzeit noch einmal alles in die Waagschale zu werfen und so vielleicht doch noch die Überraschung wahr zu machen.

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