Lichtenrader SV – BTV 1850 29:33
Bitteres Déjà-vu in der Schlussphase: BTV 1850 gibt Führung in Lichtenrade aus der Hand!
Um in der Oberliga künftig Punkte mitzunehmen, muss der BTV 1850 lernen, seine Leistungen im Angriff konstanter abzurufen, die Chancenverwertung zu verbessern und Führungen clever ins Ziel zu bringen.
Die Rollen schienen in der Reinhold-Meyerhof-Schulsporthalle zunächst klar verteilt: Der BTV 1850 fand hervorragend in die Partie. Den Grundstein dafür legte eine überragende Defensivleistung in der ersten Halbzeit, angeführt von einem glänzend aufgelegten Joshua Rau im Tor. Mit einer Reihe spektakulärer Paraden brachte der Keeper die Hausherren immer wieder zur Verzweiflung, hielt seinen Kasten sauber und gab der gesamten Mannschaft enormen Rückhalt.
Doch damit nicht genug: Da Lichtenrade im Angriff volles Risiko ging, nutzte Rau die Situation eiskalt aus. Gleich dreimal traf er über das gesamte Feld ins verwaiste Tor und trug sich damit selbst in die Torschützenliste ein.
Dass der Vorsprung zur Pause mit 12:9 nicht noch deutlicher ausfiel, lag einzig am eigenen Offensivspiel. Trotz der defensiven Dominanz und der Glanztaten von Rau blitzten im Angriff immer wieder bekannte Probleme auf. Leichte Ballverluste und vergebene Großchancen verhinderten eine frühzeitige Vorentscheidung. Zu allem Überfluss ließen die Gäste auch vom Siebenmeterpunkt wertvolle Gelegenheiten liegen und vergaben im Verlauf der Partie insgesamt fünf Strafwürfe.
Angeführt von Ole Hauschildt (5 Tore) sowie Fabian Heiland und David Winnersbach (je 4 Tore) ging es dennoch mit einer verdienten Führung in die Kabine.
Auch nach dem Seitenwechsel hielt der BTV seinen Vorsprung zunächst aufrecht. Bis zur 40. Minute lief das Spiel nach Plan, als Abed per Siebenmeter zum 20:18 traf. In der Folge erhöhte Lichtenrade jedoch spürbar den Druck. Besonders der siebenfache Torschütze Aaron Krai und Philipp Stark (6 Tore) brachten die Gastgeber wieder in Schlagdistanz.
Parallelen zum Hermsdorf-Spiel in der Crunchtime
In den letzten 15 Minuten entwickelte sich ein offener, zunehmend hitziger Schlagabtausch. In der 50. Minute verlor der BTV mit Mostafa Kandil (Disqualifikation ohne Bericht) eine wichtige Stütze im Defensivverbund. Dennoch blieb das Spiel bis zum 28:28 durch Marcus Tietz in der 57. Minute völlig offen.
Wie bereits gegen Hermsdorf riss dem BTV in den dramatischen Schlussminuten jedoch komplett der Faden. Dem Team fehlten in der entscheidenden Phase die nötige Cleverness und Konstanz. Lichtenrade nutzte diese Schwächephase eiskalt aus und setzte sich mit einem vorentscheidenden Lauf auf 32:28 ab.
Auch eine späte rote Karte gegen Lichtenrades Steve Reich in der 59. Minute konnte die Wende nicht mehr einleiten. Der Treffer von Cherif Abderrazek zum 29:32 kam zu spät, ehe der LSV mit der Schlusssirene den 33:29-Endstand markierte.
Der BTV 1850 hat erneut bewiesen, dass er mit einer starken Torhüterleistung und einer kompakten Abwehr Spitzenhandball bieten kann. Um in der Oberliga künftig Punkte mitzunehmen, muss das Team seine Leistung im Angriff stabilisieren, die Chancenverwertung verbessern und Führungen konsequenter über die Zeit bringen.
Für den BTV 1850 spielten:
Hauschildt (5), Heiland (4), Winnersbach (4), Rau (3), Abderrazek (3), Kandil (3), Abed (2), Lehmann (2), Kayser (1), Ansorge (1), Tietz (1), Huschner, Manthe, Bobowski, Rommel, Pattri.
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